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neumen:oriscus:oriscus

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Oriscus

griechisch: horizo horizo = begrenzen, lateinisch = „definire“. Der Oriscus ist ein Definitionszeichen. Graphisch ist der Oriscus der liegende Achter, das Unendlichkeitszeichen.

Entgegen der solesmenser Restitution sind wir der Meinung, der Oriscus ist ein Zusatzzeichen, das zuerst einmal keinen Ton bedeutet, sondern eine Situation näherhin definiert.

Es wir immer offensichtlicher, dass der Oriscus ein Gliederungszeichen ist, die Funktion eines Beistriches, eines Bindestriches, eines Doppelpunktes hat. So schon in den AN Typoi des 1.Modus, aber auch im GR Repertoire (cf. 0308).


Virga strata

Die Virga strata besteht aus zwei Zeichen, einer Virga und einem Oriscus, in H verbunden, in MR getrennt notiert. Sie hat ihren Namen … Die gängige Deutung der Virga strata (opinio communis) ist eine doppelte/dreifache:

Grundsätzlich soll sie anzeigen, dass der nächste Ton tiefer ist. Das stimmt häufig, aber nicht immer (z.B.: 0334, 0347, 0168, )
a) Sie soll einen Halbtonpes bedeuten, tatsächlich hat sie im Mess-Repertoire manchmal die Aufgabe, den Halbton zu bezeichnen. Ob das als Eintonpes geschieht oder als kurrenter Zweitonpes ist nicht klar.
b) Andererseits soll sie die Verdopplung des Tones anzeigen, an Stelle einer Bivirga. Diese zweite Deutung kann nur ein Missverständnis sein, entstanden am Übergang von der Adiastemie zu Noten auf Linien. vide IN 0058 ! Eine „Bivirga“ kann kaum celeriter sein.

Die Deutung eines Zeichens als zwei grundverschiedene Neumen ist problematisch. Nach den bisherigen Ergebnissen indiziert die Virga strata:


Im Antiphonenrepertoire:

neuer Cento beginnt

Im Typos Q (Protus von der Quart) zeigt die Virga strata 64 mal in 112 Fällen an, dass nach Ende des INC auf „re“ der Cento MDT mit dem akzenttragenden „do“ beginnt, ohne praetonische Silbe die auf „re“ weiter rezitieren müsste. Anders ausgedrückt: die Virga strata steht auf dem Ton, der einerseits noch zum vorherigen Cento gehört, andererseits schon zum folgenden (cf.0185 2TER).

Typos protus

1781, 0079

Weder von Halbtonpes noch von Tonwiederholung kann hier die Rede sein. Sonderfälle: 0351, 0538, 0930.

Anfang der Antiphon

Steht die Virga strata am Anfang der Antiphon, so kündigt sie im Protus den „Cento Virga strata“, im Tetrardus den Typos „8INC duplex“ an(?).

• oben bleiben (2.Modus)
• unter die Finalis
• Akzent zum Ténor


Im Messrepertoire:

0544con-tristaretur“ L+Ch

0329 AL „Domine deus salutis“ speziell „clamavi“

↘️ Virga strata

Pes stratus

Stammt aus dem gallikanischen Repertoire


Pes quassus

Am Ende eines typischen Cento, die Finalis wird vermieden um eien Doppelpunktwirkung zu erzielen. cf. unter vielen anderen 0002 „deus me-us: in te confido!“


Pressus

vide GR 0170, Mp+MR Schluss des Verses.! vide OF 500 Pressus 2 oder 3 Töne?


isolierter Oriscus

Nach dem isolierten Oriscus geht es nicht zwingend tiefer weiter: z.B. AL 0376 zweites „om-nes


0833 !

als Eintonneume

(statt Tractulus?)

bei der Clivis

er bestimmt jedwede Neume näherhin.


Scandicus

0061 (cf.0080), 0040, 0073, 0156,


interessante Fälle - Orisus

0442 AL Venite exsultemus vor allem L und MR


/var/www/html/wiki/data/pages/neumen/oriscus/oriscus.txt · Zuletzt geändert: 2017/09/03 11:32 von xaverkainzbauer