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Responsum

↖️ OF Offerentur

Das Responsum ist zweiteilig, wenn auch die Wiederholung des QuintIncipit „offerentur 2“ - „adducentur“ eine Dreizeiligkeit suggeriert: die CAD dt auf „tibi“ schließt erstrangig ab.

Offerentur regi / virgines proximae eius / offerentur tibi / 
in laetitia et exsultatione /  adducentur / in templum regi domino.

Man führt sie zum König, Jungfrauen ihr Geleit, man führt sie zu dir.
In Freude und Jubel werden sie in den Tempel geführt, vor den König, den Herrn.

„virgi-nes“ Das Strophicus einleitende „mi“ ist nur in E, Ch, Bv33 belegt. Leider fehlt L (das Weihnachtsfaszikel diese codex ist verloren). Offensichtlich ist dieser Ton sehr früh (um 1000) verloren gegangen. Der Schlusston der Silbe „vir-gi-nes“ substituiert ihn. Bv33 belegt, dass die Strophicuseinleitung kein „re“ sein kann: unisonische Verbindung.

„offeren-tur 2“ Zt führt die Endsilbe zum si-be-molle. Das schafft in der Spannung zur CAD „tibi“ (mi) jenen Pseudotritonus (verminderte Quint) den das späte Hochmittelalter und das 19. Jahrhundert so sehr liebt (cf.: AL 0294). Keine unserer anderen Quellen belegt das, auch nicht Mp.

„laetiti-a et“ Das si-me-molle in Mp kann das „do“ in Kl nicht aufwiegen. Die Frage wäre vielmehr, ob die reine Quint zum Endton der Clivis „laetitia et“ nicht der logische Melodieverlauf wäre.

1. Versus

↖️ V1 Eructavit

2. Versus

↖️ V2 Diffusa est